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Nachgefragt bei BÄRWALDSON: Erst Online-Shop, dann Offline-Laden

Vor einiger Zeit habe ich Caroline Bärwald bei einem Netzwerktreffen getroffen. Sie ist stolze Ladenbesitzerin in Düsseldorf-Flingern, damals war die Eröffnung noch ganz frisch. Interessant fand ich zum Einen das Thema: Skandinavisches Design und zum Zweiten die Entwicklung vom Online-Shop zum Offline-Laden.

Caroline war so nett, mich zu einem Interview einzuladen. Sie hat mir ein paar Fragen zu ihrer Selbstständigkeit und der Sache mit online-offline beantwortet.

Ute: Gab es ein besonderes Erlebnis, das Dich zum skandinavischen Design gebracht hat?

Caroline: Ich habe oft überlegt, ob es einen Auslöser gabe. Nein, gab es nicht. Ich liebte und liebe schon immer Geradliniges, ohne Schnörkel. In meinem Kinderzimmer hatte ich eine Tapete mit Karomuster – vielleicht hat sie den Grundstein für meine Leidenschaft gelegt (lacht).

CB05CB03.jpgDieser Designstil ist ja gerade sehr angesagt, in Lifestyle- und Wohnmagazinen, im Internet, auf Instagram. Bei mir hat diese Vorliebe aber nichts mit dem Trend zu tun. Meine Liebe zu geraden Linien und geometrischen Figuren ist und bleibt zeitlos.

Ute: Das ist gut, dann schwimmst Du nicht nur auf einer Trendwelle, sondern hast ein zeitloses (klassisches) Geschäftsmodell, das authentisch ist. Wann hast Du beschlossen aus Deiner Vorliebe eine Selbstständigkeit zu wagen?

Caroline: Ich komme aus dem Personalwesen eines großen Unternehmens, war aber durch eine Umstrukturierung an dem Punkt, mir über einiges klar zu werden. Es ergab sich, dass ich durch Schulungen und eine Gruppe Gleichgesinnter einen Businessplan erstellte. Schon da hatte ich das Gefühl, ja, ich kann selbstständig sein, das ist was für mich.

Ich wollte immer einen Laden, zwischen schönen Dingen stehen und andere Leute dafür begeistern. Aber ich hatte keine Vergleichszahlen, wieviel ich verkaufen musste, wie ich kalkulieren muss etc. Also habe ich mich für einen Onlineshop entschieden, um die Fixkosten wie Miete zu sparen.

Ute: Du hast also einen Online-Shop erstellt.

Caroline: Ja, aufgrund von Empfehlungen begann ich mit xt:commerce, bin aber nach zwei Jahren zu shopware gewechselt. Die Programmierung übernmmt ein professioneller Dienstleister aus Leverkusen, das Einpflegen der Produkte mache ich selbst.

Ute: Kannst Du Dich noch an Deine erste Bestellung erinnern?

Caroline: Ja, mein erster Kunde war mein Bruder!

Ute: Wie hast Du den Shop bekannt gemacht?

Caroline: Am Anfang, das war im Oktober, hatte ich Glück, weil das Weihnachtsgeschäft vor der Tür stand. Danach hatte ich ein tiefes Loch und begann, mich mit Onlinemarketing zu beschäftigen. Ein Spezialist hat mich gecoacht, vor allem zu SEO und Google AdWords. Auch mit Facebook habe ich damals angefangen. Parallel habe ich  Netzwerke in Düsseldorf besucht und dadurch immer wieder Kunden gewonnen.

Gemerkt habe ich, dass Print nichts bringt, wenn man es nicht kontinuierlich macht. Das lag außerhalb meines Budgets. Flyer dagegen sind ganz praktisch zum Weitergeben und zum Verteilen an Netzwerkpartner.

Letztendlich braucht der Erfolg Zeit und ist die Summe aller Maßnahmen.

Ute: Wieseo hast Du Dich dann doch für ein Ladengeschäft entschieden?

Caroline: Der Laden war der Ur-Traum! Früher oder später musste also ein Laden her. Ich liebe es, zwischen all den schönen Dingen den Tag zu verbringen.Außerdem war ich der vielen Kartons Zuhause und bei Freunden überdrüssig. Ich wollte raus und zufällig hatte ich eine Gelegenheit Ende 2014. Kurz vor Abschluss des Mietvertrages habe ich einen Kassensturz gemacht und doch nicht unterschrieben. Das Risiko war mir zu groß.

Ein paar Monate später habe ich mich für einen günstigen Laden in Rath entschieden. Ich wollte es als Lager nutzen und weniger als Laden, denn die Lage (in einer Sackgasse) war sehr ungünstig. Mein Ziel war es, die Ladenmiete reinzubekommen und das habe ich schon im ersten Monat geschafft.

Als es dann doch gut lief, traute ich mich, mehr zu investieren. Ich war bereit etwas zu riskieren. Auf Entdeckungstour nach freien Ladenlokalen, sah ich im bunten, kreativen Flingern diesen Laden. Damals natürlich noch nicht so schön hergerichtet. So kam es, dass ich im Mai 2015 selbst einiges hier renoviert habe und im Juni eröffnen konnte.

CB01.jpgUte: Du kennst jetzt beides – Online-shop und Offline-Geschäft. Was ist der Unterschied, welche Schwierigkeiten hat das Eine oder das Andere?

Caroline: Der Laden hat höhere Fixkosten, aber der größte Unterschied ist für mich die zeitliche Flexibilität beim Online-Shop. Dagegen muss ich im Laden physisch anwesend sein, egal ob Kunden da sind oder nicht. Aber letztendlich ist das genau mein Ding und eine tolle Situation beides zu haben.

Ute: Welche Marketingmaßnahmen setzt Du zur Zeit ein und welche waren erfolgreich?

Caroline: Facebook, Instagram, Pinterest, Google+, meinen eMail-Newsletter, Flyer, Teilnahme an Events hier in Flingern, Präsentation auf Wohnplattformen fallen mir spontan ein. Alle sind erfolgreich.

FacebookAds mache ich selten und ich bin vom Ergebnis nicht überzeugt. Die neuen Fans, die ich dadurch bekomme, kommen mir nicht echt vor. Seltsame Profile und nichts nachhaltiges.

Ute:Pläne für die nächsten Jahre?

Caroline: Ich bin kein Freund von Plänen, ich liebe Überraschungen. Aber über einen Laden in der Innenstadt von Düsseldorf (statt Flingern oder als zweites Geschäft) habe ich doch schon mal nachgedacht.

Ute: Hast Du einen Rat für Gründer, die mit einem Laden und/oder Shop starten möchten?

Caroline: Leidenschaft und Durchhaltevermögen passen manchmal schwer zusammen, sind aber die Grundvoraussetzung für Erfolg.

Danke Caroline.

Wer neugierig geworden ist, hier geht es zu BÄRWALDSON in Düsseldorf mit wunderbarem, skandinavischem Desigen, freundlicher Atmosphäre und immer wieder neuen Produkten und somit immer einen Besuch wert – online oder offline.www.baerwaldson.deCB04.jpgCB07.jpgCB06.jpg

 

 

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Auf Facebook müssen Sie persönlich werden

Immer mehr Unternehmen nutzen zusätzlich zur Website Facebook für ihr Business. Viele machen aber Fehler und wundern sich über mangelnden Erfolg. Dabei ist der Grundsatz, wie Facebook für Unternehmen funktioniert, ganz einfach – eine Facebook-Seite ist keine Werbeplattform!

Leider wird sie oft so verstanden und missbraucht.

Ziel einer Unternehmens-Facebookseite ist es, mit seiner Zielgruppe in Kontakt zu kommen, auf Augenhöhe zu kommunizieren und den berühmten Blick hinter die Kulissen zu gewähren.

Die Website ist die Sicht auf das Unternehmen, die Facebook-Seite ist der Blick in das Unternehmen. Sie lädt ein, die Menschen kennenzulernen, die das Unternehmen einzigartig machen.

O.k. – aber was soll ich denn dann posten, wenn ich nicht über meine tollen Angebote schreiben darf?

Zu den Inhalten gibt nachfolgende Grafik einen guten Anhaltspunkt.

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70% Mehrwert posten und Tipps und Ratschläge geben. Fokus legen auf den Nutzen für den Fan, wenn er der Seite folgt.
20% von anderen Seiten/Profilen teilen. Die Seitenbesitzer werden es dankend wahrnehmen.
Max. 10% Eigenwerbung auf eine persönliche, kreative Art. Plumpe Eigenwerbung ist tabu.

Diese 70/20/10 Formel sollte man nicht ganz so streng umsetzen, sondern die Dreiteilung für das eigene Unternehmen adaptieren. Es kommt darauf an, was wem angeboten wird. Zum Beispiel ist der persönliche Anteil der Beiträge bei einem Kosmetik- oder Modegeschäft größer als bei einem Versicherungs- oder Finanzmakler.

Halt! Warum eigentlich? Denn gerade bei austauschbaren Produkten ist der Mensch der Unterschied! Um dies einfacher und anschaulicher zu machen, habe ich Beispiele persönlicher (nicht privater) Beiträge zusammengestellt. Denn die 70% bestehen aus fachlichen und persönlichen Beiträgen und die persönlichen entscheiden über Erfolg oder Misserfolg einer Facebook-Seite (nicht allein, aber zu einem großen Teil):

Moment noch – vorher klären wir noch, warum die persönlichen Beiträge so wichtig sind

Menschen möchten immer Menschen sehen und keine toten Dinge (Möbel, Produkte, Zimmer, Autos…). Emotionen können nur von Menschen (oder Tieren) ausgestrahlt werden und Emotionen berühren uns unbewußt und nachhaltig. Einen schöner Artikel finden Sie hier (SZ-Online).

Facebook ist Dialog auf Augenhöhe

Facebook ist eine soziale Plattform, ursprünglich nur für zwischenmenschliche Beziehungen konzipiert. In den letzten Jahren nutzen Unternehmen verstärkt dieses soziale Netzwerk und kommen mit ihren Kunden ins Gespräch. Sprechen können aber nur Menschen und nur Menschen können etwas verkaufen bzw. kaufen. Warum dann nicht zeigen, bei wem man kauft?! Genau – es gibt keinen Grund dies nicht zu tun.

Aber nicht nur für die Facebook-Nutzer ist dies wichtig, auch Facebook honoriert beliebte Beiträge. Das nennt Facebkook Interaktion. Dazu zählt auch das Verweilen oder Klicken auf einem Beitrag (also nicht nur das Liken, Kommentieren oder Teilen). Je beliebter ein Beitrag, desto häufiger und länger wird er von Facebook gezeigt.

So, jetzt genug Theorie, hier ein paar Impulse für persönliche Beiträge

Beispiele für den persönlichen Anteil der 70%- Beiträge, die aus meiner Erfahrung gut funktionieren:

1. Dankeschön für Treue und Erreichen einer Fanzahl
600Fans

2. Vorstellung von Mitarbeitern (Azubi, Chef, Praktikant)
(Mitarbeitern ein Gesicht geben, Fachkompetenz vorstellen)
Tipp – erst fragen, dann fotografieren!

3. Information über den Besuch einer Fachmesse oder eines Events
(Aktuelle Infos exklusiv für die Zielgruppe)

4. Erwähnung von Erfolgen (immer mit Nutzen für den Leser, keine Eigenwerbung),
z.B. neuer Kunde, neue Software, Umzug erledigt, neue Technik, Zertifikat erhalten…

5. Kunden, Kooperationspartner, Lieferanten…vorstellen
Gehört nicht in die 20%, die sich auf Beiträge anderer Seiten bezieht, sondern Sie stellen Kunden vor z.B. mit dem gekauften Kleid, einem Zitat oder sonstigen Inhalten. So geben Sie Ihrem Kunden die 15 Minuten Ruhm, die ihm schmeicheln. Und er wird den Beitrag fleißig teilen!

Networking-MKH

Besuch eines Kundenevents mit einem Posting live vor Ort. 14 Likes, 1 x Love-Like, 2mal geteilt und wiederum viele Klicks auf die Fotos, insbesondere durch den Netzwerkpartner bzw. dessen Community.

6. Momentaufnahme
z.B. „Ich sitze gerade und warte auf xy. Zum Glück habe ich immer dieses kleine Fachbuch dabei und lese gerade etwas über Facebook-Beiträge.“

7. Tipps
Buchtipp, Veranstaltungstipp, Linktipp…

8. Vorbereitung und Nachbereitung eines Events

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Kurz vor einem Vortrag ein Status-Posting, mit einer Reichweite von 387 schon ganz gut.

 

Vortragsvorbereitung

Information zu einem Marketingworkshop. Mit einer Reichweite von 3.477 sehr gut – ergibt durch das Teilen (8mal) meiner sehr treuen und aktiven Fans.

Klassiker für persönliche Postings

  • Sprüche und lustige Fotos (gezielt und wohl dosiert!!)
  • Saisonale Grüße (Jahreszeiten, Muttertag, Ostern, Weihnachten, Sommerzeit…)
  • Aktuelles aus Wirtschaft oder Gesellschaft (Politik und Religion sind m.E. Tabuthemen)

ExtraTipp

Um persönliche Interaktion zu erzeugen, kann man auch ab und zu den Beitrag mit einer Frage beenden. Dabei beachten: kurz, verständlich, zum Kernthema passend. Gern auch einmal ungewöhnlich oder kreativ. Aber immer, schnell zu erfassen und schnell zu beantworten.

z.B. „Für meinen Workshop bereite ich gerade die Snacks vor. Was meint ihr, statt Keksen lieber Äpfel?“

Oder so:

„Die Woche startet heute sehr früh. Bin beim zweiten Kaffee und ihr?“

Ja, das funktioniert! Allerdings erst, wenn eine gewisse Zahl an Fans vorhanden ist und sie gewohnt sind zu interagieren.

Noch zum Schluß ein Hinweis: Die Bitte um Likes, Kommentare oder gar Teilen ist inzwischen (im geschäftlichen Kontext“ weniger beliebt. Das wirkt oft anbiedernd und verzweifelt.

Wichtig bei allen Beiträgen – bleiben Sie authentisch! Die Facebook-Seite muss Ihre Handschrift tragen, Ihrem Wesen und Ihrer Unternehmensphilosophie entsprechen. Nur dann haben Sie ein stimmiges, überzeugendes Bild nach außen, dass beim persönlichen Kontakt mit dem Kunden den Erwartungen entspricht.

 

 

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Muss ich jeden Auftrag annehmen?

Profil02 006Nein – das lehrt mich meine Erfahrung der letzten fünfzehn Jahre Selbständigkeit. Vor allem seit den letzten Jahren stelle ich mir diese Frage öfters und es kommt vor, zwar selten, aber es kommt vor, dass ich Aufträge nicht annehme. Indem ich das einmal analysiert habe, kann ich vielleicht dem ein oder anderen Selbständigen helfen und die Angst nehmen, Aufträge abzulehnen.

Fünf Gründe, warum ich Aufträge ablehne

1.Grund: Der Preis

Ist da beim Preis noch was zu machen?

Nein! Meine Angebote sind nicht mit einem Rabatt kalkuliert, den ich dann bei Nachfrage abziehe. Mein Preis entspricht dem Nutzen, den der Kunde hat und er zahlt für meine Erfahrung und mein Fachwissen  ebenso wie für mich als „Persönlichkeit“. Da ich kein Produkt haben, sondern als Person die Marke und damit das Alleinstellungsmerkmal bin.

Wenn mein Honorarwunsch nicht mit dem Kundenwunsch zusammenpasst, ist eine Zusammenarbeit nicht möglich. Punkt. ABER – und das kann ich nur empfehlen – das Angebot kann angepasst werden!

Vielleicht passt es, wenn das Angebot modular aufgebaut wird. Die wichtigste Dienstleistung ist das Basisangebot, das um Module erweitert werden kann. Der Kunde hat einen soliden Einstieg und kann schrittweise Module hinzubuchen – je nach Budget und Notwendigkeit.

Noch ein Zusatztipp besonders für Berater, Coachs und Trainer: Erstellen Sie eine interne Preisliste. Nicht für den Gebrauch nach außen, sondern nur für Sie selbst. Sie umfasst die Leistungen, die zur langfristigen Marketing-Strategie passen. Angebote werden schneller erstellt und nicht passende Aufträge schneller abgelehnt (siehe auch den 4.Grund).

2. Grund: Der Aufwand

Ich habe klar festgelegt, wo ich für meine Kunden unterwegs bin: Städte wie Krefeld, Düsseldorf und Mönchengladbach, sowie die Kreise Heinsberg und Viersen. Seit einigen Jahren habe ich auch Kunden aus der Nähe von Hamburg, München und Dresden, aber diese Kunden kommen zu mir nach Mönchengladbach.

Die Fahrt außerhalb meines definierten Zielgebietes ist mir zu weit, der Aufwand zu groß, die Fahrtkosten werden meist nicht vom Kunden akzeptiert. Letztes Jahr habe ich eine Anfrage aus Aachen nur angenommen, nachdem klar vereinbart war, dass die beiden Strategietermine in Mönchengladbach stattfinden. Die Entscheidung gegen die Fahrt zum 100 km entfernten Firmensitz fiel mir leicht, denn ich musste nur meine Strategeie „befragen“ und Aachen steht nicht auf der Liste.

3. Grund: Der Kunde

In der Beratung bespricht man viele Bereiche, manche tangieren auch das Privatleben. Wenn es um Ziele geht, kommen Vergangenheit, Wünsche, Träume, Familie uvm. zur Sprache. Für diese persönlichen Informationen muss die Chemie stimmen. Ich muss keine Freundschaft schließen, aber wir müssen auf der gleichen Wellenlänge liegen. Das ist mir wichtig und daher biete ich immer ein kostenloses Erstgespräch zum Kennenlernen an. Wenn es nicht passt, wird das auch kein gutes Projekt – leider musste ich diese Erfahrung schon ein paar Mal machen. Gegen das Bauchgefühl zu entscheiden, hat sich immer als falsch herausgestellt.

4. Grund: Das Thema

Ich habe Expertenwissen in verschiedenen Bereichen, dazu zählt nicht der Bereich des ecommerce. Ich bin kein online-shop-Experte. Trotzdem kam eine entsprechende Anfrage und der Kunde wäre eine tolle Referenz und hätte Potential für mein klassisches Angebot (Strategie & Social Media). Was tun?

Ich habe mir aus meinem Netzwerk einen Experten gesucht. Er deckt diesen Bereich ab und ergänzt mein eigenes Angebot. Dem Kunden gegenüber pflege ich Transparenz hinsichtlich der Partner, die für ihn arbeiten. In diesem Fall war und blieb ich der Kundenberater bzw. Koordinator um eine Lösung zu erarbeiten.

Besonders zu Beginn meiner Selbständigkeit habe ich mich oft verzettelt, weil ich alles selbst machen wollte und dachte, so mache ich mich unentbehrlich. Wenn ich mir aber auf jede Anfrage hin neues Wissen aneigne (was viel Zeit kostet), besteht die Gefahr, dass ich bald nur noch ein Allrounder mit Halbwissen bin, aber kein Experte auf meinem Gebiet.

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Mein Buchtipp

Klar sein im Angebot und spezialisiert mit Fachwissen, dass ist der einzige Weg. Hier kann ich übrigens das Buch von Kerstin Friedrich empfehlen, das es auch in Kurzform als 40-seitige Zusammenfassung gibt.

5. Grund: Die Kapazität

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Mein Tag hat 24 Stunden, davon 8-10 Stunden für den Job. Auch gönne ich mir ab und an freie Tage, Urlaubstage, Weiterbildungstage etc. D.h. es bleibt nur ein gewisses Zeitkontingent für produktive Projektarbeit. Und als Coach, Trainer, Berater wird man nach Zeit bezahlt, sie ist das kostbarste, was ich habe.

Wenn meine Zeitkapazität aufgebraucht ist, kann ich keine weiteren Jobs annehmen. Oder ich verknappe meine freie Zeit. Oder arbeite schneller. Oder – und das ist meine häufigtste Lösung – ich sage von Anfang an, wann ich diesen neuen Job erledigen kann. Manchmal ist der Kunde bereit zu warten, manchmal nicht. Ist er es, umso besser. Wenn nicht, erspare ich mir Stress und dem Kunden Frust.

Das sind meine fünf Gründe, aber es gibt bestimmt noch mehr Gründe, einen Auftrag nicht anzunehmen, oder? Welchen habt ihr?

Freue mich über Kommentare und Meinungen.

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Leben beginnt, wo Deine Komfortzone endet

Ich starte das Jahr 2016 nicht mit guten Vorsätzen (dazu an anderer Stelle mehr), sondern mit einem Rückblick und ich kann sagen, es war ein Jahr mit vielen privaten und beruflichen Highlights. Die, die außerhalb meiner Komfortzone waren, möchte ich gern auflisten. Als Inspiration für mich und für alle, die es interessiert. Alle anderen, können hier aufhören zu lesen.

Mein 2015 außerhalb der Komfortzone

Ich habe mich endlich dazu aufgerafft mich als Knochenmarkspender zu registrieren. Nur ein bißchen Aufwand für die Chance, ein Leben zu retten.
Wer das auch möchte, sollte sich hier informieren und es einfach machen.
http://www.dkms.de/de/spender-werden

Ich bin mit unserer neuen Vespa gefahren. Das kostete mich Überwindung, denn ich war noch nie allein auf einem motorisierten Zweirad gefahren. Ich, die nur ungern Schlitten fährt, weil ich da kaum Kontrolle habe. Ich, die keinerlei technische Affinität hat, nie einen unerfüllten Bikertraum träumte oder gar waghalsige Sportarten (außer rückwärts Einparken) ausprobierte. Das war ein Erlebnis.

Ich bin wieder mit der Vespa gefahren, trotz kleinem Unfall. Sofort wieder. Außer einer Schramme an der Vespa und einem Bluterguss auf meinem Oberschenkel blieb nur die Bestätigung des Sprichwortes „Fällst Du vom Pferd, steig sofort wieder auf“

Ich bin in Japan von einer Stadt in die andere gefahren, mit Kind und Zug und Bus, ohne großartige Verständigung, da kaum Englisch gesprochen wird. Und ohne Google Maps. Mit Zuversicht (was kann schon passieren) und Abenteuerlust (das schaffe ich) hat es geklappt. Natürlich.

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Ich bin mit dem Tretroller für Erwachsene (mit Bremse!!) durch Hamburg, weil ich es cool fand. Und ja, ich habe einige Männer und Frauen in meinem Alter gesehen, die auch rollend unterwegs waren. Bremsen hatten die anderen aber glaube ich nicht.

Ich bin mit Kind nach Barcelona. Ohne Wlan, aber old-fashioned mit Stadtplan. Ja, wir sind manche Straße mehrfach gelaufen (ungewollt), aber wir haben diese Stadt genossen. Vor allem weil…

…ich toll gewohnt habe – bei fremden Menschen. Über Airbnb habe ich tolle Wohnungen in Barcelona und Hamburg gefunden. Zentral, sauber, günstig.

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Ich war in Buxtehude zu einem Vortrag. Mit Zug, kleinem Gepäck und 25 interessierten Zuhörern. Aber Lampenfieber und Reiselust passen gut zusammen.VortragB08

Ich habe ein Büro gemietet – einfach so. Es war die richtige Zeit und der richtige Raum. Ein komisches Gefühl, einen Mietvertrag zu unterschreiben und sich zu verpflichten. Aber es fühlt sich fantastisch an. Und das Konzept geht auf.

Es gab bestimmt noch viele Dinge, kleinere, feinere, aber manches verschwindet im Strudel der Ereignisse. Diese hier bewahre ich und für 2016 werde ich mir wieder Herausforderungen suchen.

Dazu mehr an anderer Stelle.

Habt ihr auch Dinge in 2015 getan, die ihr euch eigentlich nicht getraut habt, die Überwindung und Mut kosteten? Freue mich über eure Kommentare.

 

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Für alle Einzelkämpfer in Beratung und Coaching: Ist man allein auch ein Wir?

Mir begegnet es immer wieder – wohlgemerkt, mir, nicht uns. Denn ich bin allein, eine Person, nicht ein Team, eine Gruppe, eine Ansammlung und damit logischerweise kein „uns“. Aber ich sehe es doch immer wieder – die Ansprache auf der Website (meist dann auch im Print) mit dem „Wir beraten Sie“, „Wir sind Ihr Partner für…“ und das stark verbreitete „Über uns“ als Navigationspunkt auf der Website. Wenn man sich dann die Seiten genauer ansieht, findet man immer nur eine Person bzw. definitiv keine Info über weitere Personen dieses Unternehmens. In vielen Fällen kenne ich die Kollegen aus der Beraterzunft und weiß, dass sie allein arbeiten. Aber auf der Website wird immer so getan, als ob eine Horde an Menschen für diese Firma arbeitet.

Warum (in drei Teufels Namen) spricht man von sich in der Mehrzahl?

Klar, weil man nach außen was hermachen will, Größe demonstrieren und Kompetenz darstellen muss/möchte. Einer ist doch viel zu wenig, was kann der denn schon?

Die großen Unternehmen engagieren  nur große Dienstleister. Der einzelne Berater, Coach, Trainer denkt sich, da muss ich mithalten – und kann ich auch. Ich kenne ja viele Leute, die mich unterstützen (Postbote, Sohn/Tochter, Ehepartner, Gemüsehändler, Kneipenbesitzer, Schwager, Nachbar und viele mehr). Das zählt doch als Team, oder? Na ja, und wenn es drauf ankommt, dann frag ich einen davon, ob er mit zum Kunden kommt – als Statist.

Ich bin auch allein, das ist mein Geschäftsprinzip. Früher sprach ich auch in Wir-Form, seit einigen Jahren nicht mehr. Denn meine Expertise ist in meinem Kopf und genau dieses Wissen und diese Erfahrungen will der Kunde. Jeder muss diese Frage natürlich selbst beantworten und entscheiden, ob er von sich in der Mehrzahl spricht, Größe allein von der Zahl der Mitarbeiter abhängig macht und sich im Zweifel der Lächerlichkeit preisgibt, wenn dem Gegenüber klar wird, dass Sie allein zur Tür reinkommen.

One-Woman/One-Man-Showfoto: jpm.de

Für mich habe ich entschieden, zu meiner One-Woman-Show zu stehen. Denn daraus ergibt sich ein ganz anderes Standing. Ich muss nicht in Wettbewerb zu großen Beratungsfirmen oder Werbeagenturen gehen. Mein Vorteil ist es, dass der Kunde nur einen Ansprechpartner hat, der seine Interessen vertritt. Er muss keinen Overhead mitfinanzieren. Ich kann flexibel meine Partner, mein Netzwerk auswählen und behalte alle Fäden in der Hand.

Daraus ergibt sich für mich: Ich bin eine Person und spreche in der Einzahl. Natürlich ist es manchmal seltsam, immer in der Ich-Form zu schreiben. Aber nur so bekomme ich die Kunden, die zu mir passen. Die Wert auf meine Stärken legen und diese für sich nutzen möchten.

Denken Sie daran, wenn Sie am Text für Website oder Print feilen. Entscheiden Sie sich in jedem Fall aber für eine Variante. Springen Sie nicht vom Wir zum Ich und zurück. Bleiben Sie im Zweifel authentisch und zeigen Sie klar, was der Kunde einkauft, wenn er sich für Sie entscheidet. Dann bekommen Sie die Kunden, die Sie wollen.

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Blog-Serie: Fünf freundliche Fragen an…Karla Blaswich

Ich kann mich noch gut an Karla Blaswich und ihr Anliegen erinnern, Ihre praktischen und umfangreichen Erfahrungen im Change Management in ein Buch (bzw. 3 Bände: vorher, währenddessen, nachher) zu packen. Es war mir eine Ehre das Lektorat zu übernehmen. Mit den Illustrationen (von der Autorin selbst erstellt) und einer klaren Sprache sind die drei Bände sehr gut zu lesen und die Handlungsempfehlungen umzusetzen.  Das ist jetzt über 10 Jahre her, bereits 2004 erschien der erste Band. Umso mehr freue ich mich, dass wir auch weiterhin in Kontakt geblieben sind und die Autorin sich die Zeit für diese kleine Blogserie genommen hat.

Forsetzung der Blog-Serie mit Karla Blaswich

Foto am 06-08-2011 um 13.37_face0BlaswichIhre Bücher: Management im Veränderungsprozess
Band 1 – 3
Verlag B.O.S.S. Medien GmbH
2004 – 2007
je 48 Seiten, Taschenbuch

 

1.Frage: Warum haben Sie diese Buchserie geschrieben?
Ich selbst habe nach einem praxisnahen Buch gesucht, welches die Theorie mit dem wahren Leben verbindet (speziell im Projektgeschäft und im Veränderungsmanagement). Dies hatte ich nicht gefunden – aus diesem Grunde habe ich mich dann „selbst hingesetzt“.

2.Frage: Wie haben Sie einen Verlag gefunden?
Online-Recherche

3.Frage: Wie vermarkten Sie selbst die Bände?
Bei Kundenbesuchen, über das soziale Netzwerk, Amazon, Buchhandel etc.

4.Frage: Welche Marketingmaßnahme hat a) sehr gut und b) überhaupt nicht funktioniert?
Amazon und Buchhandel haben sehr „sparsam“ funktioniert. Die eigene Vermarktung war und ist deutlich besser.

5.Frage: Welches ist Ihr Lieblingssatz aus einem der Bücher?
Keine Methode wird dauerhaft Persönlichkeit, Toleranz und die positive Einstellung zum Menschen ersetzen können. Regeln und Techniken sind allerdings eine sehr wichtige Ergänzung zu den genannten Faktoren.

Mein Fazit:
Seine eigenen Erfahrungen in ein Buch (vielleicht auch ein eBook) zu packen und als Reputation selbst zu vermarkten, ist auch mit kleinem Aufwand und kleinerem Verlag möglich. Wichtig ist ein großer inhaltlicher Nutzen für den Leser, der im Idealfall so zum Kunden wird.

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Blog-Serie: Fünf freundliche Fragen an… Kerstin Hoffmann

Eine große Inspiration und meiner Meinung nach eine Social Media Ikone, war und ist für mich Kerstin Hoffmann. Sehr geprägt hat mich 2010 ein Vortrag von ihr bei einer IHK Veranstaltung. Social Media steckte noch in den Kinderschuhen, Facebook war kein Thema für Unternehmen, XING wurde skeptisch beäugt und dann gab es noch so Plattformen wie StudiVZ, MySpace und wie sie alle hießen.

Kurze Zeit später startete ich mit Social Media, probierte viel aus und habe Kerstin Hoffmanns Weg genau verfolgt. Ihr erstes Buch, um das es heute geht, habe ich verschlungen und innerlich Dutzende Male genickt und zugestimmt. Ich empfehle es immer wieder meinen Kunden und kann die Ansätze alle bestätigen. Ich arbeite nach dem gleichen (kostenlosen) Prinzip und das sehr erfolgreich.

Ich freue mich, dass sie Zeit gefunden hat, meine fünf freundlichen Fragen zu beantworten.

Fortsetzung der Blogserie mit Kerstin Hoffmann

14174505356_9ba61f4586_m7170519362_4d077ddda9_mIhr Buch: Prinzip kostenlos: Wissen verschenken – Aufmerksamkeit steigern – Kunden gewinnen
Wiley Verlag, Mai 2012
248 Seiten, gebundene Ausgabe
24,90 €

 

Ihr „Prinzip kostenlos“ aus dem Jahr 2012 hat sich inzwischen zum Longseller entwickelt, der immer noch viel gekauft und zititert wird. Dr. Kerstin Hoffmann berät und unterstützt Unternehmen, sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in digitalen Strategien, Public Relations und Corporate Blogging. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Im April 2015 erschien ihr neues Buch „Web oder stirb! Erfolgreiche Unternehmenskommunikation in Zeiten des digitalen Wandels“. Im Folgenden geht es um die Erfahrungen mit dem ersten Buch.

1.Frage. Warum haben Sie dieses Buch geschrieben?
Hauptsächlich, um allen den Unternehmern, Entscheidern und Kommunikations-Fachleuten, die ich nicht persönlich beraten kann, einen kompletten Leitfaden an die Hand zu geben, wie sie ihr wertvolles Fachwissen für das eigene (Content)-Marketing nutzen.

2.Frage: Wie haben Sie einen Verlag gefunden?
Das hat ein bekannter Sachbuchagent für mich übernommen. Als dieser sich von meiner Buchidee überzeugt zeigte, war ich sicher, dass ein Verlag zusagen würde. So war es dann auch.

3.Frage: Wie vermarkten Sie selbst das Buch?
In enger Zusammenarbeit mit dem Wiley Verlag. Ich habe eine eigene Buch-Website erstellt, und das Buchcover findet sich auch beispielsweise auf meiner eigenen Unternehmens-Website wieder. Mein Netzwerk hat das Buch sehr positiv aufgenommen und dies auch weitererzählt. Hier das komplette Kommunikations- und PR-Konzept rund um das Buch darzustellen, würde aber wohl den Rahmen sprengen.

4.Frage: Welche Marketingmaßnahme hat a) überhaupt nicht und b) sehr gut funktioniert?
a) Dieser Kelch ist zum Glück an mir vorübergegangen.
b) Ich denke, erfolgreich war vor allem – jenseits von einzelnen Maßnahmen – die Tatsache, dass ich in Absprache mit dem Verlag bereits vor Erscheinen des Buches eine komplette Kommunikationsstrategie erarbeitet und diese dann auch konsequent umgesetzt habe.

Ich habe zudem versucht, nicht zu penetrant zu „trommeln“, sondern auch in der Buch-PR eher etwas zu liefern, was den Empfängern nützt. Dazu gehören beispielsweise Auszüge aus dem Buch, die für sich genommen Anregungen und Tipps liefern.

5.Frage: Welches ist Ihr Lieblingssatz im Buch?
Ich verliebe mich nicht in eigene Sätze. Meine liebsten Sätze stammen nicht aus dem Buch, sondern von anderen, die über das Buch geschrieben haben, etwa in Rezensionen.

Mein Fazit:
Vorher überlegen, wie man nachher wirbt und ein gut funktionierendes Netzwerk, das sind wichtige Bausteine auf dem Weg zum Bestseller. Ganz wichtig finde ich aber auch, authentisch zu bleiben. Keine Marketingaktionen durchführen, hinter denen man nicht steht und die nicht zu einem passen. Daher gibt es auch kein Patentrezept für alle, sondern jeder sollte seine eigene Marketingstrategie entwickeln.

Nächster Autor: Karla Blaswich und ihre drei Bände zum Thema Change Management.