Drei (schlimme) Wörter im Selbstmarketing, die Sie nie wieder benutzen sollten

blogfotomitFür eine überzeugende Vermarktung muss die Strategie klar sein – Zielgruppe, Produkt, Positionierung etc. All das ist das Fundament für ein erfolgreiches Marketing (worüber ich hier schon geschrieben habe) und in vielen Fällen ist die Person des Gründers die Marke und nicht ein Produkt. Das heißt, authentisches Selbstmarketing ist der Schlüssel zum Erfolg – was wiederum dazu führt, dass man etwas über sich selbst erzählen muss. Oh oh – das ist doch der gefürchtete, gern vermiedene, ignorierte und verdrängte Elevator Pitch!

Ja, richtig. In der Zeit einer Aufzugfahrt soll man einem Unbekannten erklären, was man beruflich macht. Am besten man verkauft sich dabei auch noch so gut, dass der andere direkt bucht, bestellt, kauft. Ein Grauen für viele und doch die Bewährungsprobe  jeder Geschäftsidee.

Elevator Pitch mit gutem Gefühl?!

Mit einem schlechten Gefühl zum Netzwerktreffen, geduckt und sprungbereit zum nächsten stillen Örtchen, so ging es mir in den ersten Jahren meiner Gründung. Teilweise habe ich heute noch einen (zugegeben kleinen) Knoten im Bauch, wenn ich an der Reihe bin, mich vorzustellen. Aber Übung macht den Meister und heute bin ich mutig, fange gern bei der Vorstellungsrunde an, sitze in der ersten Reihe bei Vorträgen und hechte vor jede Kamera, wenn es um ein Interview oder Statement geht 😉

Dazu kommt das Zuhören, denn anderen zuzuhören, schult die Sinne. Was mir dabei oft auffällt, habe ich zusammengefasst in drei (schlimme) Wörter, die Sie ab sofort nie wieder verwenden sollen, wenn es um Ihre Selbstdarstellung geht.

Das Wort „nur“ – warum nur verwenden wir es?

„Ich bin Beraterin, aber nur für Marketing.“ Jahrelang war das mein Einstieg bei der Frage nach meinem Beruf. Und jahrelang beschlich mich das ungute Gefühl, ich stelle damit mein Licht, meine Expertise unter den Scheffel. Stimmt, denn wenn ich „nur“ Marketing kann, dann ist das wenig, nicht erwähnenswert, einseitig usw. usf. – nicht zuletzt ein typisches „Frauenproblem“.

Wenn Sie aber das Wort „nur“ im Sinne von Spezialisierung gebrauchen, dann wählen Sie doch gleich das (richtige) Wort „ausschließlich“ oder „spezialisiert“. Das hört sich dann so an: „Ich bin Beraterin für Marketing, spezialisiert auf die Marketingstrategie von Gründern, Freiberuflern und mittelständischen Unternehmen.“ oder „Ich mache ausschließlich Marketingberatung.“

Und? Was hört sich besser und korrekter an? Welche Formulierung zeigt deutlicher, was Sie können?

Klein ist eben klein.

„Ich habe ein kleine Agentur.“ Nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen kleine Agenturen, Geschäfte, Unternehmen. Im Gegenteil, klein hat viele Vorteile, aber klein wirkt eben – nun ja – klein! Und alle Vorzüge wirken dann eben auch klein und beginnen leider oft mit einem „aber“: „Wir haben ein kleines Cafe´, aber der Kaffee schmeckt toll.“

Sicherlich gibt es Synonyme für klein in Ihrem Sinne, vielleicht auch hier spezialisiert, gemütlich, schlank organisiert, fokussiert oder was auch immer. Die Größe ist nicht entscheidend, sondern das Angebot, das Sie machen, z.B. „Ich bin Naturheilpraktikerin, spezialisiert auf Allergien, die ich in meiner modern eingerichteten Praxis in Mönchengladbach behandle.“

Bei Beratern, die allein arbeiten, empfehle ich, dies auch so zu benennen: „Ich berate ausschließlich zu Marketingfragen, allein ich bin Ihr Ansprechpartner. Bei Bedarf habe ich ein gut funktionierendes Netzwerk, das ich für meine Kunden nutze.“

Also eigentlich sollte ich jetzt aufhören zu schreiben.

So vieles scheitert am kleinen Wörtchen „eigentlich“. Achten Sie einmal darauf, wie oft Sie es verwenden! Und wie oft Sie es (eigentlich) weglassen sollten.

Es ist eine Ausrede, ein Hemmschuh, ein Fluchtweg – den Sie nicht benötigen. Wenn Sie Ihre Ziele definieren und mitteilen, z.B. so: „Eigentlich möchten wir gern mittelständische Unternehmen beraten“, dann fragt sich jeder, warum Sie es denn nicht tun. Formulieren Sie aktiv und bestimmt: „Wir beraten mittelständische Unternehmen speziell zum Thema Social Media.“

 

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, dann sind Sie aktiv, lebendig, überzeugend und authentisch. Ich würde mich freuen, wenn ich mehr solche Darstellungen höre. Denn kleine Unternehmen, die eigentlich nur irgendwas machen, braucht kein Mensch. Aber Unternehmen, Freiberufler, Selbständige, die wissen, was sie können und die Probleme ihrer Kunden lösen, die brauchen wir in Deutschland in großer Zahl!

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s